Naturlexikon

Wildtierspuren

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Eine Gämse spurt sich im Schnee ihren Weg (Foto: M. Banzer)
Eine Gämse spurt sich im Schnee ihren Weg (Foto: M. Banzer)

Aus Tierspuren im Schnee lassen sich im Idealfall eine Fülle an Informationen herauslesen: Art, Geschlecht, Alter, Anzahl Tiere, Gangart, Fortbewegungsrichtung, Zeitpunkt der Spurlegung, Verletzungen, Verhaltensweisen wie Kämpfe oder Nahrungssuche und die Verteilung der Tiere in der Landschaft.

Für die Wildhüter oder Wildtierforscher liefern solche Informationen wichtige Beurteilungsgrundlagen über den Zustand und die Lebensraumsituation der Wildtiere im Winter.

Der naturinteressierte Spazier- oder Tourengänger interessiert sich primär wohl dafür, wer die vorgefundene Spur hinterlassen hat. Nachfolgend sind dazu ein paar Tierspuren beschrieben, die im Glarnerland angetroffen werden können.

 

Vogelspuren

Vogelspur (Foto: Fam.E.+ U.Brunner
Vogelspur (Foto: Fam.E.+ U.Brunner

Vögel treten nur mit den Zehen auf. Es ist oft schwierig, eine Vogelspur einer Art zuzuordnen. Ein paar Vogelspurentypen (Hühnervögel: Auerhuhn; Entenvögel: Stockente; Rabenvögel: Krähe) sind auf der Homepage von waldwissen.net "Kunst des Fährtenlesens" zu finden.

 
Die Rauhfusshühner, zu denen die im Glarnerland vorkommenden Arten Alpenschneehuhn, Birkhuhn und Auerhuhn zählen, haben einen typischen Hühnerfuss. Beim Alpenschneehuhn sind die Zehen dicht befiedert, dadurch werden die Umrisse der Tritte im Schnee unscharf und die Zehen sehen breit aus.

Abbildungen von Spuren von Alpenschneehuhn, Birkhuhn und Auerhuhn findet man in den Infoblättern "Wild im Schnee" von Mt. Wilderness und "Tierspuren erkennen" vom Deutschen Alpenverein (DAV).

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Huftierspuren

Rehspur (Foto: Fam.E.+ U.Brunner)
Rehspur (Foto: Fam.E.+ U.Brunner)

Im Glarnerland kommen als wildlebende Huftierarten der Rothirsch, die Gämse, der Steinbock und das Reh vor. Pro Fuss sind jeweils 2 Schalen ausgebildet, die mehr oder weniger parallel zueinander verlaufen. Die längsten Hufabdrücke hinterlässt der Rothirsch (meist > 7 cm), gefolgt von Steinbock (5 - 10 cm), Gämse (5 - 7 cm) und Reh (meist < 5 cm).

Abbildungen von Spuren von Reh, Rothirsch, Gämse und Steinbock findet man in den Infoblättern "Wild im Schnee" von Mt. Wilderness und "Tierspuren erkennen" vom Deutschen Alpenverein (DAV).

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Hasenspuren

Hasenspur (Foto: F. Marti)
Hasenspur (Foto: F. Marti)

Typischerweise sind im Fussabdruck die 4 Zehenballen an Vorder- und Hinterfuss erkennbar, die hintere Sohlenballe aber nicht, da die Fusssohle behaart ist. Die hoppelnde Gangart mit typischer Y-Anordnung der Abdrücke ist ein weiteres gutes Erkennungsmerkmal. Schneehase und Feldhase haben sehr ähnliche Spurenbilder. Lebensraumbedingt dürfte es sich bei Spuren unterhalb von 800 m.ü.M. aber meist um Spuren von Feldhasen handeln, in Höhenlagen oberhalb 1500 m.ü.M. um diejenigen von Schneehasen.

Abbildungen von Hasenspuren findet man in den Infoblättern "Wild im Schnee" von Mt. Wilderness und "Tierspuren erkennen" vom Deutschen Alpenverein (DAV).  

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Eichhörnchenspuren

Eichhörnchenspur (Foto: M. Marti)
Eichhörnchenspur (Foto: M. Marti)

Das Eichhörnchen hat vorne 4, hinten 5 Zehen und die Länge des Fussabdrucks ist meist kleiner als 5 cm. Es setzt bei seiner hoppelnden Fortbewegung jeweils die beiden kleineren Vorderpfoten in einer Linie nebeneinander, die grösseren Hinterpfoten "überholen" beim Hoppeln die Vorderpfoten und liegen dann ebenfalls in einer Linie nebeneinander vorne und nach aussen versetzt. Die scharfen Krallen sind im Abdruck fast immer erkennbar.

Abbildungen von Eichhörnchenspuren unter "Kunst des Fährtenlesens" auf waldwissen.net.

 

Spuren von Marderartigen

Marderspur (Foto: Fam.E.+ U.Brunner)
Marderspur (Foto: Fam.E.+ U.Brunner)

Die Marderartigen tragen sowohl an den Vorder- als auch Hinterfüssen 5 Zehen, dies unterscheidet sie von den Hunde- und Katzenartigen, die nur 4 Zehen besitzen. Zur Familie der Marderartigen gehören die im Glarnerland vorkommenden Dachs, Baum- und Steinmarder, Iltis, Hermelin und Mauswiesel.

 
Der Fussabdruck des Dachses ist etwa 5-10 cm lang mit gut ersichtlichen Krallen. Die Zehenballen sind dabei fast in einer Reihe. Bei den anderen Arten sind die Sohlenballen meist gut erkennbar, wobei der Stein- und Baummarder die längsten Abdrücke (3 - 7 cm) hat, gefolgt von Iltis (3 - 4 cm), Hermelin (2 - 3 cm) und Mauswiesel (1- 2 cm). Bei den Marderspuren sind die Abdrücke durch ihre sprunghafte Fortbewegung oft paarweise angeordnet. Vorsicht beim Betrachten ist geboten: oft hinterlassen nur 4 der 5 Zehen einen Abdruck.

 

Abbildungen von Dachs- und Marderspuren findet man im Infoblatt  "Tierspuren erkennen" vom Deutschen Alpenverein (DAV).  

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Rotfuchsspuren

Der Rotfuchs hat vorne und hinten 4 Zehen wie alle Hundeartigen, dies unterscheidet ihn von den Marderartigen, die 5 Zehen besitzen. Die Sohlenballe ist in der Spur meist gut erkennbar. Im Gegensatz zu den Katzenartigen sind im Abdruck meist Krallen sichtbar. Fuchsabdrücke haben eine Länge von etwa 5 - 6 cm.

 

Fuchsspuren unterscheiden sich von Hundespuren durch eine länglichere Form, längere Krallen und die beiden vorderen, mittleren Zehenballen liegen vor den seitlichen, hinteren Zehenballen (verbindet man die Vorderspitzen der seitlichen, hinteren Zehenballen mit einer Linie, durchschneidet sie die beiden vorderen, mittleren Zehenballen nicht, beim Hund in der Regel schon).


Abbildungen von Rotfuchs- und Hundespuren im Infoblatt  "Tierspuren erkennen" vom Deutschen Alpenverein (DAV) und unter "Kunst des Fährtenlesens" auf waldwissen.net.  

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Luchs - und Hauskatzenspuren

Der Luchs hat vorne und hinten 4 Zehen wie alle Katzenartigen, dies unterscheidet ihn von den Marderartigen, die 5 Zehen besitzen. Die Sohlenballe ist in der Spur meist gut erkennbar. Im Gegensatz zum Rotfuchs und anderen Hundeartigen sind im Abdruck meist keine Krallen sichtbar. Luchsabdrücke haben eine Länge von etwa 5 - 8 cm. Spuren von Hauskatzen sind kleiner als die des Luchses und oft in Siedlungsnähe.

 

Weiterführende Literatur:

Marchesi, P., M. Blant & S. Capt, Hrsg. (2008): Säugetiere der Schweiz - Bestimmungsschlüssel. Fauna-Helvetica 22, CSCF & SGW, Neuchatel.

Lang, A (2008): Spuren und Fährten unserer Tiere. 8., durchges. Aufl. 09.2008. München; Wien; Zürich: BLV.

 

Text: Barbara Zweifel-Schielly, Naturzentrum Glarnerland

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