Naturlexikon

Waldschnepfe

Waldschnepfe gut getarnt und doch beobachtet

Waldschnepfenaufmarsch beim Eisfeld Glarus

 

Waldschnepfe gut getarnt und doch beobachtet

© Robert Gross
© Robert Gross

Die Waldschnepfe ist ein etwa taubengrosser, gut getarnter Vogel. Die scheuen und aufmerksamen Einzelgänger leben am Tag in Verstecken und werden erst in der Dämmerung aktiv. Ihre schwarzen Augen sind so positioniert, dass Sie einen Blickwinkel von 180° erreichen - sie können also auch nach hinten sehen.


Waldschnepfen gehören zu den Teilziehern. Das heisst, dass die Tiere von der Schweiz oder von weiter nördlich im Herbst teilweise in den Mittelmeerraum ziehen, teilweise jedoch in ihrem Brutgebiet verbleiben. Wenn die Vögel von Norden her im Herbst im Glarnerland vorbeiziehen, bietet sich für geduldige Beobachter ab und zu die Möglichkeit, einen der scheuen Waldbewohner zu Gesicht zu bekommen.


So konnten Ende Oktober 2008 von Vogelkundlern in Luchsingen und oberhalb Leuggelbach, jeweils auf etwa 1350 Metern Höhe, und in Schwanden im Raum Gheist je eine Waldschnepfe beobachtet werden.

 
Ein Porträt mit Foto der Waldschnepfe finden Sie auf der Homepage der Vogelwarte Sempach.

 

Text: Roland Meier, Glarner Natur- und Vogelschutzverein

 

 

 

 

Waldschnepfenaufmarsch beim Eisfeld Glarus

Durch Schneefall gestoppt: Waldschnepfe beim Eisfeld Buchholz mit Fängerin Sarah Meier (Foto: R. Meier)
Durch Schneefall gestoppt: Waldschnepfe beim Eisfeld Buchholz mit Fängerin Sarah Meier (Foto: R. Meier)

Ein besonderes Schauspiel bot sich am 24. November 2008 abends in Glarus: Mindestens 8 langschnablige, grössere Vögel irrten auf dem Eisfeld Buchholz und in dessen unmittelbarer Umgebung umher. Roland, Brigitte und Sarah Meier vom Glarner Natur- und Vogelschutzverein konnten das Phänomen vor Ort klären. Es waren Waldschnepfen, die sich auf dem nächtlichen Durchzug nach Süden befanden. Durch den starken Schneefall war ein Weiterziehen z.B. über den Sandpass unmöglich, da sich die Vögel an den Sternen orientieren. Kommen sie bei starkem Schneefall oder Nebel in eine Lichtglocke, wie das beim stark beleuchteten Eisfeld der Fall war, bleiben sie darin gefangen und können sich erst wieder lösen, wenn das Licht gelöscht wird. Durch diesen Stress kann auch die Wahrnehmung der Erdmagnetfelder, eine weitere Orientierungshilfe beim Vogelzug, gestört werden. Man kann davon ausgehen, dass die Tiere nach Lichterlöschen und Wetterbesserung ihren Weiterflug nach Süden fortsetzen werden.


Die Waldschnepfe lebt auch in den Glarner Wäldern. Der grösste Teil unserer kleinen Population zieht im Spätherbst in den Süden, einige aber überwintern im Glarnerland. 

 

Text: Barbara Zweifel-Schielly, Naturzentrum Glarnerland, und Roland Meier, Glarner Natur- und Vogelschutzverein

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