Naturlexikon

Steinadler im Kanton Glarus

Foto: Bartman-Simpson / Pixelio.de
Foto: Bartman-Simpson / Pixelio.de

Erkennungsmerkmale

 

Der Steinadler ist nach dem Bartgeier der grösste Greifvogel im Glarnerland. Er gehört zur Familie der Habichtartigen. Die Weibchen sind mit einer Körperlänge von rund einem Meter etwas grösser als die Männchen und haben eine Flügelspannweite von über zwei Metern. Das Gefieder der Steinadler ist braun mit mehr oder weniger deutlichen helleren Bändern auf der Schwanzoberseite. Junge Adler haben auf der Flügelunterseite und im Schwanz schneeweisse Federpartien. In der Luft erkennt man Steinadler an ihrem relativ langen, im Gegensatz zum Bartgeier nur leicht gerundeten Schwanz. Im Flug stehen die Federn an der Flügelspitze wie Finger ab.

Lebensraum und Verbreitung

 

Der Steinadler kann offene und halboffene Landschaften aller Art bewohnen. Wichtig ist, dass er dort genug Nahrung und Felswände oder Baumbestände für seine Nester (Horste) findet. Er ist also nicht ans Gebirge gebunden, dieses bietet ihm aber viel waldfreie und ungestörte Wohnfläche. Im Sommer jagen die Steinadler vorzugsweise oberhalb des Waldes, im Winter halten sie sich etwas weiter unten in aufgelichteten Waldbereichen auf.

Im Glarnerland gibt es heute wieder etwa 6-8 Reviere, also über ein Dutzend Adler. Regelmässig beobachten kann man die Vögel beispielsweise im Gebiet des Oberblegisees, bei Äugsten ob Ennenda oder im Krauchtal. Im Winter wagen sie sich auch manchmal in die Nähe der Siedlungen.

Steinadler im Flug (Foto: M. Dussy)
Steinadler im Flug (Foto: M. Dussy)

Besonderheiten

 

Die Hauptbeute des Steinadlers sind mittelgrosse Säugetiere und Vögel, in den Alpen vor allem Murmeltiere. Zur Nahrungssuche sitzt der Adler auf einer erhöhten Stelle auf der Lauer und kann von dort mögliche Beutetiere bis in 3 Kilometer Entfernung erspähen. Oder er fliegt nahe über dem Boden und überrascht die Tiere im Flug. Dann tötet er sie mit seinen ausserordentlich kräftigen Krallen innerhalb weniger Sekunden, indem er diese kräftig durch die Schädeldecke stösst.

 

Gefährdung:

Bis ins frühe 20. Jahrhundert wurden Steinadler, wie andere Raubtiere auch, gnadenlos verfolgt und entgingen nur knapp der Ausrottung. 1926 wurden der Adler gesamtschweizerisch unter Schutz gestellt. Mittlerweile wohnen in den Alpen wieder rund 1200 Steinadlerpaare, 300 davon brüten in der Schweiz.

Weitere Informationen

 

- Steckbrief "Steinadler" der Vogelwarte Sempach 

 

 

Haben Sie Steinadler beobachtet oder fotografiert? Dann melden Sie Ihren Fund bitte an das Naturzentrum Glarnerland (Kontakt). Vielen Dank!

 

Bei Fragen steht Ihnen das Naturzentrum Glarnerland (Kontakt) gerne zur Verfügung.

 

Text: Barbara Zweifel-Schielly, Naturzentrum Glarnerland, 2011

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