Naturlexikon

Sammeln

Nachhaltig Pilze sammeln

Pilze sammeln und bestimmen mit Daniel Schlegel        Foto:Peter Straub
Pilze sammeln und bestimmen mit Daniel Schlegel Foto:Peter Straub

Freudig warten viele Glarner auf die Pilzsaison, die jeweils etwa von August bis Oktober dauert. Mit Körben bewaffnet geht es in die Wälder, die Augen gespannt auf den Boden gerichtet. Am Abend kommt man müde und zufrieden heim mit den gefundenen Speisepilzen, die nun zu einem köstlichen Znacht aufbereitet werden können.

 
Pilze sind jedoch nicht nur für des Menschen Appetit da, sondern haben auch eine wichtige Bedeutung in der Natur. So helfen sie organisches Material abzubauen, liefern den Bäumen lebenswichtige Nährstoffe und sind wichtige Nahrung für Insekten, Schnecken und kleinere Säugetiere. Wenn man Pilze pflückt, sollte man sich deswegen an Regeln halten, damit das Sammeln dieser Lebewesen möglichst schonend und nachhaltig vonstatten geht. Folgende Pilzschutzbestimmungen gelten im Kt. Glarus:

  1. Eine Person darf pro Tag nicht mehr als 2 kg Pilze sammeln.
  2. Das Pilzsammeln ist vom 1. bis und mit dem 10. Tag jeden Monats verboten.
  3. Das Sammeln von Pilzen durch organisierte Veranstaltungen ist verboten (ausser von Pilzvereinen und Schulklassen zu Ausbildungszwecken).

Im Weiteren bitten wir Sie, zum Wohle der Pilze folgende Tipps zu berücksichtigen:


Sammeln Sie nur so viele Pilze wie Sie für eine Mahlzeit benötigen und lassen Sie unbekannte und giftige Pilze stehen. Gut ist, wenn Sie jeweils pro Standort einige Pilze stehen lassen, damit sich die Sporen verbreiten können. Pflücken Sie die Pilze bitte nicht im unreifen Zustand vor dem Absporen, da sie sich sonst nicht vermehren können. Das nach dem Pflücken entstandene Loch sollte möglichst mit umliegendem Erd- und Laubmaterial wieder zugedeckt werden, damit das sog. Myzel, das unterirdische Geflecht von Pilzfäden, vor dem Angriff von Insekten und Bakterien etwas geschützt wird. Wird die Ungenießbarkeit erst nach dem Pflücken ersichtlich, stellen Sie bitte den Pilz wieder so hin wie er gepflückt wurde. Seltene Arten sollten geschützt und wenn möglich nicht gesammelt werden.

 
Die Pilze und die zukünftige Generation Pilzsammler werden es Ihnen danken!

 

Text: Barbara Zweifel-Schielly, Naturzentrum Glarnerland

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