Naturlexikon

Riedwiese im Talboden als Schmetterlingslebensraum

Streuwiese im Niederriet in Bilten (Foto: Fridli Marti)
Streuwiese im Niederriet in Bilten (Foto: Fridli Marti)

Nur noch im nördlichen Teil des Glarnerlands sind im Talboden grössere Ried- und Streuewiesen zu finden. So etwa im Niederriet in Bilten, beim Hüttenböschen am Walensee  oder entlang der Dämme von Escher- und Linthkanal. Diese Lebensräume können nur durch eine angepasste, extensive Nutzung weiter bestehen.

 

In diesen Riedwiesen häufig sind Falter zu finden, welche auf die Blumenvielfalt in mageren Wiesen und Mooren angewiesen sind. Besonders häufig sind u.a.:

- Schachbrett (Melanargia galathea)
- Grosses Ochsenauge (Maniola jurtina)
- Brauner Waldvogel (Aphantopus hyperantus)
- Hauhechelbläuling (Polyommatus icarus)

 

 

Daneben sind im Glarner Unterland auch 2 besondere Arten zu finden, welche in der Schweiz nur noch an wenigen Stellen vorkommen und als stark gefährdet eingestuft sind:

Grosser Moorbläuling (Foto: Fridli Marti)
Grosser Moorbläuling (Foto: Fridli Marti)

Grosser Moorbläuling

Der Grosse Moorbläuling (Maculinea teleius) ist in Glarus Nord noch in mehreren Riedwiesen zu finden. Auf der Roten Liste ist er als stark bedroht geführt, sein Bestand nimmt laufend ab. Die Vorkommen in der Linthebene sind daher von gesamteuropäischer Bedeutung. Die Raupe miniert zuerst in den Blütenköpfen des Grossen Wiesenknopfes und lebt später in Nestern der Ameisenart Myrmica scabrinodis, wo sie überwintert.

Blauauge (Foto: Fridli Marti)
Blauauge (Foto: Fridli Marti)

Blauauge

Das Blauauge (Minois dryas) ist sehr selten und kommt nur noch in wenigen Streuriedern vor. Es gilt auf der Roten Liste als stark bedroht. In der Linthebene kann man diesen Falter im Schäner und Kaltbrunner Riet sowie an mehreren Abschnitten der Linthdämme im August finden. Die Raupe wurde dort vor allem an Sumpfsegge, Blauem Pfeifengras, aber auch Schilf beobachtet. Die junge Raupe überwintert an der Basis der Futtergräser.

Weitere Informationen
- Schmetterlinge im Glarnerland
- Literatur und Links zum Thema Tagfalter und Schmetterlinge
 
Text: Fridli Marti, 20.4.2010
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