Naturlexikon

Pilze im Kanton Glarus

Rosaroter Saftling (Foto: D. Schlegel)
Rosaroter Saftling (Foto: D. Schlegel)

Erkennungsmerkmale und Gemeinsamkeiten

 

Pilze sind weder Pflanze noch Tier, sondern haben eine ganz eigene Lebensform entwickelt. Für ihre Ernährung sind sie auf Pflanzen und Tiere angewiesen. Das, was wir in der Regel als Pilz bezeichnen, ist nur der Fruchtkörper. Der eigentliche Pilz lebt als ausgedehntes, fädiges Geflecht, als sogenanntes Myzel, verborgen im Boden. 

Es gibt drei Hauptgruppen von Pilzen:

  1. Schmarotzerpilze (parasitische Pilze) wachsen auf lebenden Pflanzen und Tieren und können diese schädigen. Im Glarnerland gehört beispielsweise der Gemeine Hallimasch (Armillaria mellea) dazu. 
  2. Moderpilze (Saprophyten) leben auf toten Pflanzen und Tieren. Sie helfen, diese abzubauen und die Nährstoffe wieder in den Naturkreislauf zurück zu bringen. Im Glarnerland als Moderpilze verbreitet sind zum Beispiel die Schmetterlingstramete (Trametes versicolor) oder der Klebrige Hörnling (Calocera viscosa).
  3. Partnerpilze (Mykorrhizapilze) wachsen wie ein Mantel um die feinen Wurzeln der Bäume. Der Baum liefert dem Pilz Energie in Form von Zucker, dafür bekommt er Nährstoffe wie Stickstoff und Phosphor. Zusätzlich sind die Bäume so besser gegen Schadstoffe geschützt und widerstandsfähiger. Oft sind die Partnerpilze an eine ganz bestimmte Baumart gebunden. In Mitteleuropa und damit auch im Glarnerland sind die Baumwurzeln praktisch durchwegs mit solchen Partnerpilzen überwachsen. Im Glarnerland gehören unter vielen anderen der Fliegenpilz, der Grüne Knollenblätterpilz oder der Eierschwamm dazu. 

Pilzarten im Glarnerland


Schweizweit kommen über 6000 Pilzarten vor, im Glarnerland dürften es schätzungsweise 1500 Arten sein.

 

Ein Infoblatt mit 24 häufigen Pilzarten im Glarnerland kann hier heruntergeladen werden.

 

Eine Liste aller bisher im Glarnerland gefundenen und der nationalen Datenbank gemeldeten Pilzarten finden Sie hier.

Lebensraum und Verbreitung im Glarnerland

Pilze sind weit verbreitet und kommen fast überall im ganzen Glarnerland vor. In unseren Laub- und Nadelwäldern findet man ein breites Spektrum an Pilzarten. Aber auch Magerwiesen sind für gewisse Pilzarten wichtiger Lebensraum.

Besonderheiten

Derzeit sind schweizweit 12 Pilzarten geschützt. Zwei dieser Arten, der Rosarote Saftling (Hygrocybe calyptriformis) und die Amethystfarbige Keule (Clavaria zollingeri) wachsen auch auf einer Magerwiese im Grossraum Schwanden. Mehr zu diesem Vorkommen des Rosaroten Saftlings hier.

 

Weitere Informationen

- Infoblatt "Häufige Pilze im Glarnerland"
-
Artenliste der Pilze im Glarnerland
- Pilzschutzbestimmungen im Kt. Glarus
- Die sieben goldenen Regeln für Pilzsammler
- Rosaroter Saftling im Glarnerland
-
Pilze: Bildimpressionen aus dem Glarnerland

- Pilzbestimmungsabende    

- Pilzkontrolle

- Pilzsaison 2012/ 2016  Presse                                     

Text: Barbara Zweifel-Schielly, Naturzentrum Glarnerland, 29.09.2010

Fotos: Daniel Schlegel, Niederurnen

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