Naturlexikon

Mauereidechse im Kanton Glarus

Männliche Mauereidechse (Foto: T. Reich)
Männliche Mauereidechse (Foto: T. Reich)

Erkennungsmerkmale

 

Die Mauereidechse gleicht auf den flüchtigen Blick der Waldeidechse. Von dieser unterscheidet sie sich vor allem durch den länglichen Kopf, den längeren Schwanz und die Beschuppung, die bei der Waldeidechse eher körnig wirkt. Die Männchen tragen ein deutliches Fleckenmuster auf den Rücken, während die Weibchen nur schwach gezeichnet sind und dunkle Linien an den Flanken aufweisen. Eine sichere Unterscheidung kann für Laien auch ab Foto schwierig sein.

Die weiblichen Tiere unterscheiden sich durch die schwache Rückenmusterung von den Männchen (Foto: T. Reich).
Die weiblichen Tiere unterscheiden sich durch die schwache Rückenmusterung von den Männchen (Foto: T. Reich).

Lebensraum und Verbreitung

 

Als wärmeliebendes Tier findet man Mauereidechsen nur an ausgesprochen warmen Orten. Das sind Steinmauern, Bahndämme oder südexponierte, steinige Böschungen. Im Kanton Glarus kommt die Mauereidechse erst seit kurzem vor. Sie ist in der ganzen Ostschweiz ursprünglich nicht heimisch. Die Glarner Mauereidechsen stammen möglicherweise von einer grossen Population im Raum Quinten, die vermutlich durch eine Aussetzung entstand und sich langsam ausbreitet. Auch durch Eisenbahntransporte werden Tiere verschleppt. Im Glarnerland ist die Mauereidechse nur aus dem nördlichsten Kantonsteil bekannt. Ein Einzelfund in Matt ist auf ein durch Materialtransport verschlepptes Tier zurückzuführen. Es ist zu erwarten, dass sich diese mobile Art in den nächsten Jahren ausbreitet.

 

Lebensraum am Bahndamm beim Gäsi. Hier leben sehr viele Mauereidechsen, die sich gut beobachten lassen (Foto: T. Reich).
Lebensraum am Bahndamm beim Gäsi. Hier leben sehr viele Mauereidechsen, die sich gut beobachten lassen (Foto: T. Reich).

Besonderheiten

 

Gefährdung und Schutz:

Die Mauereidechse ist in der Schweiz nicht gefährdet. Im Kanton Glarus wird sich diese „neue“ Art langfristig etablieren. Problematisch ist, dass die Mauereidechse die einheimische Zauneidechse von den günstigsten Plätzen verdrängen kann. Die Mauereidechse gilt als ausgesprochene Kulturfolgerin, die auch im Siedlungsgebiet Populationen bildet, wenn geeignete Strukturen vorhanden sind.

Weitere Informationen

 

- Reptilien im Kanton Glarus

- Steckbrief Mauereidechse (karch)

Die Mauereidechse im Kanton St. Gallen

 

Haben Sie eine Mauereidechse beobachtet oder fotografiert? Dann melden Sie Ihren Fund bitte an das Naturzentrum Glarnerland (Kontakt). Vielen Dank!

 

Bei Fragen stehen Ihnen der Karch-Vertreter im Kanton Glarus oder das Naturzentrum Glarnerland (Kontakt) gerne zur Verfügung:

 

Karch-Vertreter Kt. Glarus:

Thomas Reich

Im Dettenbühl 1

CH-8907 Wettswil

079 789 87 34

t.reich(at)gmx.ch

 

Text und Fotos: Thomas Reich, Karch-Vertreter Kt. Glarus, 2017

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