Naturlexikon

Maikäfer

Maikäfer-Weibchen (links) und -Männchen (rechts). Foto: F. Marti

 

Rund alle drei Jahre fliegen Maikäfer in grosser Zahl aus. Grund dafür ist, dass sich die Larven einer Region synchron entwickeln. In der Folge schlüpfen an lauen Maiabenden viele Käfer gleichzeitig aus dem Boden. In der Schweiz gibt es ein Basler, ein Berner und ein Urner Flugjahr. Das Glarnerland gehört zum Berner Flugjahr, das nach 2017 wieder 2020 stattfindet.

 

Während Maikäfer nur wenige Wochen leben, entwickeln sich ihre Larven drei Jahre lang im Boden. Da sie Pflanzenwurzeln fressen, können die Engerlinge landwirtschaftliche Kulturen gefährden. Das Glarnerland, in dem vor allem Wiesland kultiviert wird, ist davon etwas weniger betroffen. Aber auch hier werden Maikäfer-Engerlinge, wenn sie in Massen auftreten, mit einem natürlichen Pilz bekämpft. Die letzte Aktion wurde 2010 durchgeführt. Im Herbst wird nach Probenahmen entschieden, ob und wo nach dem diesjährigen Flugjahr wieder eingegriffen wird.

 

Nach massiven Bekämpfungsaktionen im letzten Jahrhundert sind Maikäfer aber bereits seltener geworden. Aus Gebieten mit intensivem Ackerbau oder starker Überbauung sind sie inzwischen verschwunden. Maikäfer sind heute ein Zeichen für eine naturnahe Landschaft. Sie gehören zur einheimischen Biodiversität. Für viele Tierarten wie Igel, Wiedehopf und Breitflügelfledermaus sind die Käfer und ihre Engerlinge zudem wichtige Nahrung.

 

Wann wo das nächste Maikäfer-Flugjahr stattfindet, lässt sich übrigens wie folgt berechnen:

Quersumme der Jahrzahl bilden und diese durch 3 teilen.
Rest = 0: Basler Flugjahr

Rest = 1: Berner Flugjahr (gilt für das Glarnerland)

Rest = 2: Urner Flugjahr

 

Beispiel für das Jahr 2023:

 2 + 0 + 2 + 3 = 7

 7 : 3 = 2 mit Rest 1

Rest 1 = Berner Flugjahr, das auch für das Glarnerland gilt

Nach 2020 werden also im Jahr 2023 wieder vermehrt Maikäfer im Glarnerland erwartet.

 

Text: Monica Marti, Naturzentrum Glarnerland, 29.04.2020

Achtung: Die Larven von Mai- und Rosenkäfer sehen sich zum Verwechseln ähnlich. Im Gegensatz zum Maikäfer-Engerling frisst der Rosenkäfer-Engerling moderndes Pflanzenmaterial und ist daher ein gern gesehener Gast in Gärten und auf Komposthaufen. Foto: Naturzentrum Glarnerland

 

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