Naturlexikon

Igel

Gefahren für den Igel

Häufige Fragen zum Igel

Igel im winterlichen Dornröschenschlaf

Lieber Igel, zeige dich

Steckbrief

Über 150 stachlige Begnungen von Glarus  Nord bis Süd

 

 

Gefahren für den Igel

Ein für uns Menschen banal wirkendes Mäuerchen ist für einen Igel ein unüberwindbares Hindernis auf der Suche nach Nahrung. Aus der Sicht des Igels lauern viele Gefahren in unseren Gärten. Zahlreiche Gefahren können leicht erkannt und - oft mit nur geringem Aufwand - vermieden oder beseitigt werden.

Zum Beispiel sollten Schächte, Kellertreppen- und Fenster, Teiche und Schwimmbäder immer mit geeigneten Ausstiegsmöglichkeiten versehen werden. Vor dem Mähen sollte man einen Kontrollblick unter Sträucher und Hecken werfen, da schlafende Igel durch Rasenmäher oder Tellersensen schwer verletzt oder getötet werden können. Bei Zäunen bieten Sie den Igeln am besten eine kleine Durchschlupfmöglichkeit. Ausführlichere und mehr Infos lesen Sie im

 

Gefahren für Igel
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Merkblatt über den Motorsensengebrauch
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Die grösste Gefahr für den Igel lauert nicht unmittelbar rund ums Haus, sondern im Strassenverkehr. Fahren Sie in der Dämmerung und nachts aufmerksam und halten Sie sich an die Geschwindigkeitslimiten. So kann vielen Igeln geholfen werden.

Text: Claudia Zweifel, Naturzentrum Glarnerland, 6.6.2009

 

 

 

Igel im winterlichen Dornröschenschlaf

 

Der Winter im Glarnerland dauert nun schon einige Monate. Die Igel, die wir von Frühling bis Herbst oft in unseren Gärten herum wuseln sehen, sind seither verschwunden. Was ist geschehen?


Um die kräftezehrende Futtersuche in der Kälte nach der spärlichen Nahrung  zu umgehen, verschlafen die Igel den Winter in einem warmen Versteck. Dazu fressen sie sich von Sommer bis Herbst ein Fettpolster an, welches im Winter als Reserve dient. Im Weiteren polstern und isolieren sie ihre Nester mit Gras, Blätter und Moos aus, damit sie vor der Kälte sicher sind. Ihre Nester können beispielsweise in Ast- oder Laubhaufen liegen.


Der Winterschlaf dauert etwa von November bis März. Die Männchen beginnen diesen ungefähr einen Monat vor den Weibchen. Die Weibchen, die bis in den Herbst mit der Aufzucht der Jungen beschäftigt waren, benötigen den zusätzlichen Monat, um sich genug Fettreserven anzufressen.


In ihrem ausgearbeiteten Unterschlupf verbringen die Tiere die Winterzeit mit zusammen gezogenem, gekugeltem Körper und senken ihre Körpertemperatur auf etwa 5°C (normale Körpertemperatur ~35-36°C). Ebenfalls nimmt die Anzahl der Herzschläge, sowie die Atmung stark ab und verlangsamt sich. Der Schlaf wird ab und zu unterbrochen. Längere Phasen der Ruhe wechseln sich mit kurzen Wachphasen ab. Deshalb kann es durchaus normal sein, wenn man für kurze Zeit einen Igel im Schnee sieht, der sein Nest verlassen hat, um Harn abzusetzen oder seinen Schlafplatz zu wechseln.


Da der Winter noch etwas andauert, gönnen wir Herr und Frau Igel nun den Dornröschenschlaf und freuen uns auf den kommenden Frühling, um sie in Nachbars Garten wieder willkommen zu heissen.

 

Text: Claudia Zweifel, Naturzentrum Glarnerland, 22.1.2009

 

 

Lieber Igel, zeige dich!

Igel auf dem Spaziergang. Foto: © Dieter Haugk / PIXELIO
Igel auf dem Spaziergang. Foto: © Dieter Haugk / PIXELIO

Die Kinder kennen ihn aus unzähligen Geschichten, den stacheligen, kleinen Vierbeiner: den Igel. Auch draussen kann man ihn ab und zu vorbei wuseln sehen.

 

Und doch ist über seine Verbreitung im Glarnerland wenig bekannt. Das Naturzentrum Glarnerland ruft dazu auf, Igelbeobachtungen zu melden.

 

Die Kinder kennen ihn aus unzähligen Geschichten, den stacheligen, kleinen Vierbeiner: den Igel. Auch draussen kann man ihn ab und zu vorbei wuseln sehen. Und doch ist über seine Verbreitung im Glarnerland wenig bekannt. Das Naturzentrum Glarnerland ruft dazu auf, Igelbeobachtungen zu melden.

 

Nach dem langen Winter im Glarnerland ist die Zeit da, wo die Igel wieder in vielen Gärten Leckerbissen zum Fressen oder ein Gspänli zur Paarung suchen. Sie fühlen sich dort wohl, wo auf kleinem Raum Unterschlupf- und Nistmöglichkeiten sowie ein geeignetes Nahrungsangebot in Form von Insekten, Nacktschnecken, Regenwürmern, Laufkäfern, Ohrwürmern und anderen Kleintieren vorhanden ist. Dies bieten heutzutage vor allem reich strukturierte Gärten und Parkanlagen im Siedlungsraum.

Nachts unterwegs

Das insektenfressende Säugetier ist dämmerungs- und nachtaktiv und lässt sich dabei hauptsächlich von seinem ausgezeichneten Geruchsinn leiten, um Nahrung und Artgenossen zu finden. Am besten kann man Igel deshalb auf Abendspaziergängen beobachten. Dabei sollten diese geschützten Tiere aber nicht gestört werden. Meist trifft man nur ein einzelnes Tier an, da die kleinen Gesellen ausschliesslich Einzelgänger sind, die allein durch ihre Reviere streifen. Tagsüber schlafen sie in ihren selbstgebauten Nestern, bevorzugt unter Hecken und Asthaufen.

 

Es lauern Gefahren

Es gibt sicher viele Leute, die bisher nur tote Igel gesehen haben. Denn in ihrem Leben begegnen Igel so manchen Gefahren, die meist menschlichen Ursprungs sind. Alljährlich finden viele Igel auf der Strasse ihren Tod. Auch Lichtschächte oder Kellerabgänge sind den quirligen Vierbeinern schon zum Verhängnis geworden.


Bestandessituation im Auge behalten

Dem Igel wird einerseits das Leben durch die zunehmende Strukturverarmung der Landschaft erschwert, andererseits durch die erwähnten Gefahren, denen er im Siedlungsraum begegnet. Obwohl die putzigen Stacheltiere im Moment in ihrem Bestand als noch nicht bedroht gelten, ist es wichtig, deren Verbreitung im Auge zu behalten.

 

Das Naturzentrum Glarnerland nimmt dazu gerne Beobachtungsmeldungen von Igeln entgegen (Kontakt).

Mehr über den Igel erfahren Sie auf dieser Seite und unter den folgenden pdfs.  "Gefahren für den Igel von Pro Igel"
           "Lehrpfadtafeln vom Igelzentrum Zürich"

Gefahren für den Igel von Pro Igel
gefahren für igel.pdf
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Lehrpfadtafeln vom Igelzentrum Zürich
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Steckbrief

Putziger Geselle: der Braunbrustigel.   Foto: © Dieter Haugk / PIXELIO
Putziger Geselle: der Braunbrustigel. Foto: © Dieter Haugk / PIXELIO

In der ganzen Schweiz und damit auch im Glarnerland findet man nur die eine Igelart: den Braunbrustigel, auch Westeuropäischer Igel oder Westigel genannt. Einen ausführlichen Steckbrief des Braunbrustigels finden Sie im untenstehenden pdf  "Igel-Steckbrief von Pro Igel Schweiz".


Im Weiteren bieten Ihnen das pdf "Lehrpfadtafeln vom Igelzentrum Zürich" einen kurzen und informativen Überblick zum Thema Igel .

  

 


Igel Steckbrief von Pro Igel Schweiz
Igel-Steckbrief.pdf
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Lehrpfadtafeln vom Igelzentrum Zürich
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Text: Claudia Zweifel, Naturzentrum Glarnerland, 6.6.2009

 

 

 

Über 150 stachelige Begegnungen von Glarus Nord bis Süd

Von Glarus Nord bis Süd konnten im 2009 in Dorfnähe Igel beobachtet werden (Karte: F. Marti)
Von Glarus Nord bis Süd konnten im 2009 in Dorfnähe Igel beobachtet werden (Karte: F. Marti)

Die Igel haben sich verkrochen. Mit einem dicken Fettpolster ausgerüstet liegen sie nun eingekugelt in ihren warm ausgekleideten Nestern. Erst der Frühling wird sie wieder aus ihrem Winterschlaf kitzeln. Nun kann Bilanz gezogen werden über die Publikumsaktion „Igel“ 2009 des Naturzentrum Glarnerland.

Über 100 Glarnerinnen und Glarner folgten dem Zeitungsaufruf im Juni 2009 und meldeten dem Naturzentrum Glarnerland insgesamt 153 Begegnungen und Erlebnisse mit Igeln. Die früheste Beobachtung im 2009 ist datiert vom 13. April, die späteste vom 20. November. Vorher und nachher haben sich die stachligen Gesellen gut versteckt, denn von November bis März halten sie ihren Winterschlaf.

Stadtglarner Igel am häufigsten beobachtet

Die erfreulich hohe Anzahl Beobachtungen zeigt, dass der Igel bei uns noch regelmässig angetroffen werden kann. Er ist sowohl im Gross- und Kleintal heimisch und kommt von Glarus Nord bis Süd vor. Aus Glarus Nord stammen 60, aus Glarus und Glarus Süd 45 bzw. 47 Meldungen. Am häufigsten wurden Igel in der Umgebung der Stadt Glarus gesichtet, nämlich immerhin 35 mal. Der Grund hierfür ist wahrscheinlich ein simpler: Glarus hat am meisten Einwohner und damit auch Beobachter. Leider wurden ab und zu auch überfahrene Tiere gemeldet. Der Strassenverkehr ist für die Igel eine der häufigsten Todesursachen. Dagegen kann man als Autofahrer aber etwas tun: bei Dämmerung und nachts vorsichtig und aufmerksam fahren.

Jedem Igel seinen Garten

Oberhalb von 800 m.ü.M. wurde der stachlige Vierbeiner selten entdeckt. Dies zeigt, dass er vor allem in Nähe der Dörfer lebt. So konnten denn auch viele der Glarner Igel in Gärten beobachtet werden, sei es auf Nahrungssuche, in einen Kampf verwickelt oder auf Erkundungstour. In naturnahen, reich strukturierten Gärten und Grünanlagen finden die Tiere heutzutage einen geeigneten Lebensraum. Wichtig ist, dass dort gute Unterschlupfmöglichkeiten wie Ast- und Laubhaufen, Kompost oder einheimische Hecken und Sträucher vorhanden sind. Und da Igel Insekten fressen, bieten Blumenrasen, die viele Kleintiere anlocken, zusätzlich ein gutes Nahrungsangebot. Wer auch einmal einen Igel in seinem Garten beobachten und ihm dort ein gemütliches Zuhause einrichten möchte, kann das pdf "Igelfreundlicher Garten“des Igelzentrum Zürich"  herunterladen.

Igelfreundlicher Garten des Igelzentrum Zürich
Igelfreundlicher-Garten-web.pdf
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Auch in Zukunft melden

Alle diesjährigen Igelmeldungen werden nun an das Schweizer Zentrum für die Kartografie der Fauna weitergeleitet. So kann dieses Wissen über die Kantonsgrenzen hinaus genutzt werden. Damit das Vorkommen und die Verbreitung des kleinen Stacheltiers im Glarnerland weiter erfasst und mitverfolgt werden kann, wäre es schön, wenn alle ihre Igelbeobachtungen auch weiterhin dem Naturzentrum Glarnerland melden (Kontakt).

Text: Barbara Zweifel-Schielly, Naturzentrum Glarnerland, 17.12.2009

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