Naturlexikon

Kanadische Goldrute (Solidago canadensis) und Spätblühende Goldrute (Solidago gigantea)

Foto © Erwin Jörg / neophyt.ch
Foto © Erwin Jörg / neophyt.ch

Die Kanadische und die Spätblühende Goldrute gehören beide zu den sechs häufigsten invasiven Neophyten (gebietsfremde Problempflanzen) im Glarnerland. Sie sehen ähnlich aus und haben eine ähnliche Biologie. Beide Arten wurden bereits um 1648 resp. 1758 als Zierpflanzen aus Nordamerika in Europa eingeführt. Seit 1950 verbreiten sie sich explosionsartig in der Natur. Dort

bilden sie dichte Bestände und verdrängen in artenreichen Lebensräumen wie dem Niederriet oder Büttenen die einheimische Flora.

 

Die Kanadische und die Spätblühende Goldrute gehören gemäss Freisetzungsverordnung zu den verbotenen invasiven Neophyten.

 

Steckbrief

Mehrjährige Staude mit unterirdischen Rhizomen. 50-250 cm hoch. Stängel grün und unverzweigt. Blätter lang und schmal, scharf gesägt und auf der Unterseite dicht behaart. Goldgelbe Rispen aus vielen kleinen Blütenköpfchen. Blütezeit von Mitte Juni bis Oktober.

 

Für eine ausführliche Beschreibung beachten Sie das Merkblatt „Kanadische Goldrute“ resp. Merkblatt „Spätblühende Goldrute“ von Info Flora.

 

Situation im Glarnerland

Im besiedelten Teil des Glarnerlandes bereits weit verbreitet. Obere Verbreitungsgrenze bisher bei Braunwald und Weissenberge.

 

Vorgehen bei der Bekämpfung

Ziel ist, die weitere Verbreitung der beiden Goldrutenarten zu verhindern. Die vollständige Ausrottung ist angesichts der fortgeschrittenen Verbreitung dieser Arten kaum mehr möglich. Weil auch kleine Stücke der unterirdischen

Ausläufer wieder austreiben können, müssen die Pflanzen samt den Wurzeln und

Ausläufern ausgerissen werden. In Schutzgebieten kann die Goldrute mit einem

frühen Schnitt und anschliessender Herbstmahd vor der Samenreife zurückgedrängt werden.

Die Pflanzen (alle Teile) anschliessend zur Entsorgung in einem Kehrichtsack oder in einem der grünen Neophytensäcke (gratis erhältlich im Naturzentrum

und bei den Gemeinden) der Kehrichtabfuhr mitgeben. Nicht liegen lassen und nie in den Kompost oder die Grünabfuhr geben!

 

Beachten Sie auch die allgemeinen Ratschläge zur Bekämpfung von invasiven Neophyten.

 

Melden

Melden Sie uns Funde der Goldruten und von anderen invasiven Neophyten.

 

Die Gemeinden planen die Bekämpfung invasiver Neophyten mit Hilfe des GeoPortals des Kantons Glarus. Auf dieser Plattform sehen Sie, ob der von ihnen entdeckte Fundort bereits bekannt ist: GeoPortal: Thema wählen => Natur- & Umweltschutz => Invasive Neophyten

 

Weitere Informationen

  • Auf unserer Website finden Sie weitere Informationen zu invasiven Neophyten und deren Bekämpfung.
  • Ein Merkblatt zu invasiven Neophyten im Kanton Glarus liegt im Naturzentrum auf.
  • Informationen über das Vorkommen invasiver Neophyten im Glarnerland finden Sie auf dem GeoPortal: Thema wählen => Natur- & Umweltschutz => Invasive Neophyten

 

Kontaktieren Sie uns, wenn Sie Fragen haben!

 

Text: Naturzentrum Glarnerland, aktualisiert 22.05.2017

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