Feuerwanze

Rot schwarz krabbelt es überall

Feuerwanzen  Foto: K. Müller
Feuerwanzen Foto: K. Müller

 

Eine auffällige Schar rot-schwarz gemusterter Sechsbeiner zieht unsere Blicke auf sich. Sie krabbeln zu hunderten übereinander, einige davon verschwinden emsig hinter Steinen, Holzbeigen, Mauerritzen und in andere Verstecke, um im nächsten Augenblick wieder aufzutauchen. Es sind Gemeine Feuerwanzen, die einzige Art von weltweit über 300 Feuerwanzen-Arten, welche es bis ins Glarnerland geschafft hat.

 

Hauptsache Sonne und genug Samen zu fressen
In vielen Gärten, an sonnenbeschienenen Waldrändern, aber auch in der Nähe von prominenten stadtnahen Schauplätzen wie dem Landsgemeindeplatz in Glarus kann man die geselligen Wanzen, die meist in grösserer Ansammlung vorkommen, ausgiebig beobachten. Da sie sehr standorttreu sind, kann man sie oft Jahr für Jahr an den selben Stellen wieder antreffen. Hauptsache es hat ein bisschen Sonne und in der Nähe heruntergefallene Samen von Bäumen wie der Linde oder von Pflanzen wie der Malve oder dem Hibiskus. Mit ihrem Stechrüssel zapfen die Tierchen die am Boden liegenden Samen an und saugen sie aus. Ab und zu werden auch tote Insekten ausgesaugt.

 

Ungeniessbar für Fressfeinde
Die Gemeine Feuerwanze ist gut und leicht an ihrer auffallenden Rot-Schwarz-Färbung zu erkennen. Diese Warntracht signalisiert ihren Fressfeinden „Achtung, ich bin ungeniessbar!" Und in der Tat können die imposant gemusterten Wanzen ein Drüsensekret absondern, welches den Feind lähmt (bei Insekten) oder zumindest abschreckt (bei Vögeln).

 

Vom Tandem bis zum geschlechtsreifen Tier
Nach regem Treiben im Frühling sieht man jetzt im Sommer nur noch vereinzelt paarende Feuerwanzen. Stundenlang sind dabei die beiden Partner Hinterteil an Hinterteil in der sogenannten Tandemstellung miteinander verbunden. Die aus den Eiern geschlüpften Wanzenlarven sind erkennbar an ihrem fast völlig roten Hinterleib ohne schwarze Musterung. Sie durchlaufen bis etwa im August fünf Larvenstadien mit jeweils einer Häutung am Schluss. Bald haben die Jungwanzen ihre Entwicklung abgeschlossen und nehmen ihre definitive Gestalt an.

 

Bis die Tage kälter werden und die Feuerwanzen wieder in ihre Winterverstecke verschwinden, können wir noch eine Weile über das prächtige rot-schwarze Krabbeln in dieser anderen Welt zu unseren Füssen staunen.


Text: Claudia Zweifel, Naturzentrum Glarnerland, 27.7.2009

 

 

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