Naturlexikon

Felsenschwalbe

© René-Pierre Bille
© René-Pierre Bille

Frühlingsbote aus dem Süden

 

Die Felsenschwabe ist im Kanton Glarus recht weit verbreitet

Wenn die Felsenschwalbe in der Region wieder auftaucht, ist der Frühling da. Die Felsenschwalbe ist eine südliche Schwalbenart, fühlt sich aber auch im Kanton Glarus wohl.

 

Die Felsenschwalbe ist die kräftigste unter den vier in der Schweiz brütenden Schwalbenarten (Rauch-, Mehl-, Ufer- und Felsenschwalbe). Sie hält sich am liebsten in der Nähe von Felsen auf und jagt mit ihren bemerkenswerten. Flugkünsten Insekten. Auf kleinstem Raum vermag diese braungraue Schwalbe zu wenden und fast Loopings zu fliegen. Im Kanton Glarus kommt sie an Felshängen vom Tierfehd bis ins Gäsi vor.

 

Die Felsenschwalbe kommt in Gebirgen in wärmeren Gebieten von Marokko über die Türkei bis nach Iran und China vor. In Europa bewohnt sie die iberische Halbinsel, Italien, die Alpen und den Balkan. In der Schweiz stösst sie an ihre nördliche Verbreitungsgrenze. Im Wallis und Tessin ist sie recht häufig, in den inneralpinen Tälern kommt sie noch regelmässig vor, im Mittelland fehlt sie und im Jura gibt es vereinzelte Vorkommen

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Über 100 Brutkolonien

Im Kanton Glarus ist sie recht weit verbreitet und bildet wohl über 100 Brutkolonien. Sie brütet am liebsten in steilen oder überhängenden Felsen. Sie klebt ihr Nest direkt an die Felsen. Die bekanntesten Brutvorkommen sind am Walensee oberhalb der Autobahngalerie, wo die Felsenschwalbe seit mehr als 50 Jahren regelmässig brüten. Andere Vorkommen gibt es in den Felsen entlang des Escherkanals, im Steinbruch Haltengut, am gesamten Wiggishang, im Steinbruch der Kalkfabrik, im Steinbruch Matt, im Jetzloch bei Elm, unterhalb des Nussbühls, beim Schräjenbachfall und oberhalb der Pantenbrücke.

 

Der Kanton Glarus dürfte nach den Kantonen Tessin, Wallis, Graubünden und Bern den fünfthöchsten Bestand an Felsenschwalben in der Schweiz aufweisen.

 

Winter in Marokko

Die Felsenschwalbe zieht im Winterhalbjahr nicht so weit wie die anderen Schwalbenarten. Sie überwintert grösstenteils im Raum von Marokko. Einige werden in milden Wintern auch in der Schweiz überwintern. Schon im März sind sie im Kanton Glarus zu beobachten und gehören damit zu den ersten Frühlingsboten, wenn sie jeweils über der Linth vor allem bei Ennenda und Schwanden nach Insekten jagen. Im Mai brüten sie ihre erste Brut aus und im Juni /Juli ihre zweite. Meistens brüten die Felsenschwalben in kleinen Kolonien von zwei bis zehn Paaren, manchmal sogar zusammen mit Mehlschwalben (wie im Tierfehd).Sie bleiben bis gegen Oktober in ihren Brutgebieten und können dann zum Beispiel beim Haltengut gut beobachtet werden.

 

Südliche Schwalbenart

Eigentlich ist die Felsenschwalbe eine südliche Schwalbenart, welche vor allem in Spanien und Marokko sehr zahlreich ist und dort zu den typischen Bewohnern der Bergdörfer zählt. Es ist bemerkenswert, dass sich diese Schwalbenart auch im Kanton Glarus wohlfühlt, auch wenn das Klima nicht immer wie am Mittelmeer ist.

Die Rückkehr der Felsenschwalbe ist ein Zeichen dafür, dass der Frühling Einzug hält.
Die Rückkehr der Felsenschwalbe ist ein Zeichen dafür, dass der Frühling Einzug hält.
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