Naturlexikon
Die sieben goldenen Regeln für Pilzsammler
- Sammeln Sie nur so viele Pilze, wie Sie am gleichen und folgenden Tag verzehren können. Das Anlegen von Hamstervorräten ist heute nicht mehr statthaft. Im Kanton Glarus ist die Menge auf 2 kg pro Person und Tag beschränkt. Vom 1. bis zum 10. jedes Monats darf nicht gesammelt werden.
- Ganz junge, eben aus dem Boden spriessende Exemplare werden stehen gelassen. Das Sammeln von winzigen Jungpilzen ist nicht nur unergiebig, es zeugt auch von Raffgier und Egoismus. Überalterte Stücke bleiben ebenfalls stehen.
- Seltene Pilzarten sollten unbedingt geschont werden, auch wenn sie essbar sind.
- Die gepflückten Pilze werden an Ort und Stelle von Erde befreit. Man verhindert so die gegenseitige Beschmutzung der einzelnen Stücke. Auch von Maden befallene Partien und Schneckenfrassstellen werden herausgeschnitten.
- Pilze sammeln mit Plastiksäcken ist unsachgemäss. Die Ernte wird dabei zerdrückt und zerkrümelt. Der Abfall wird unnötig vergrössert. Das beste Sammelgefäss ist und bleibt der Korb.
- Sammeln Sie nur Pilze, die Sie schon im Wald mit Sicherheit identifiziert haben. Von solchen, die Sie noch nicht kennen, nehmen Sie höchstens einzelne Exemplare zum Bestimmen nach Hause. Es ist höchst beschämend, wenn die Pilzkontrolle die Hälfte oder mehr der Ernte als ungeniessbar wegwerfen muss.
- Pilze, die Sie als giftig oder doch für die Küche uninteressant erkannt haben, bleiben unangetastet. Sie gehören mit zum Schmuck unserer, strapazierten Umwelt und erfüllen wichtige Aufgaben im Haushalt der Natur.
Für den Freund und Heger des Waldes gibt es kaum einen beklemmenderen Anblick als haufenweise zertretene, umgeworfene und zersplitterte Pilze im grünen Moosteppich.
Im Kanton Glarus gibt es keine offizielle Pilzkontrollstelle mehr. Besuchen Sie die Pilzbestimmerabende des Vereins für Pilzkunde Glarnerland, die jeweils von August bis zum Oktober stattfinden.
Verein für Pilzkunde Glarnerland, August 2010
Naturzentrum Glarnerland







